CityLeaks Urban Art Festival 2013

Festival Info

CONDE DE IRAJA 2 300DPI

Liebe FestivalbesurcherInnen,

das zweite CityLeaks Urban Art Festival verwandelt Köln im September 2013 erneut in eine große Bühne für zeitgenössische urbane Kunst. Bereits 2011 leistete das Festival mit einter Vielzahl an kreativen Interventionen im öffentlichen Raum der Stadt Köln Pionierarbeit. Unter der Beteiligung von mehr als 25 internationalen und nationalen KünstlerInnen legten artrmx e.V. und Colorrevolution e.V. den Grunstein zu einer großen Outdoor-Galerie.

Angetrieben von der Motivation Raum für Kunst in der Öffentlichkeit zu gewinnen und sie für alle zugänglich und erfahrbar zu machen, geht das biennale Festival vom 2. bis 22. September 2013 in die zweite Runde.

Mit einer medien- und genreübergreifenden Kuration berücksichtigt das von artrmx e.V. ausgerichtete CityLeaks Urban Art Festival 2013 ein breites Spektrum an künstlerischen Positionen, Genres und Stilen. Über 30 VertreterInnen der bildenden, darstellenden und angewandten Künste sind dieses Jahr nach Köln eingeladen, um den Stadtraum konsequent als Leinwand oder Bühne zu nutzen und die Outdoor-Galerie durch neue Kunstwerke im gesamten Kölner Stadtgebiet zu erweitern.

Unter dem Titel “I’m Still Here – Being Public Indoors” wird das Thema der Urbanität in einer großen, zentralen Indoor-Ausstellung auf vielschichtige Art und Weise verhandelt. Das Vermittlungs- und Unterhaltungsangebot des Festivals umfasst neben Filmscreenings, Kunstführungen, Musik-Events, einem Symposium in diesem Jahr auch erstmals offene Interaktionsangebote, Künstlergrspräche sowie Workshops zur Kunst im urbanen Raum.

Zahlreiche Kölner Galerien und Off-Locations tragen mit ihrem vielseitigen Programm und außergewöhnlichen Ausstellungskonzepten entscheidend zum CityLeaks Festival 2013 bei. Auch über die Stadtgrenzen hinaus kooperiert CityLeaks mit einer Vielzahl an Kulturakteuren in Düsseldorf, Hamburg, Heerlen (NL), Saragossa (ES),  Toulouse (FR), Zagreb (HR) und Besancon (FR).

Für die große Hilfe, Motivation und die vielen Anregungen danker wir allen unseren KünstlerInnen, Förderern, Sponsoren, Partnern, unserer Schirmherrin un einem großen, engagierten Team von vielen ehrenamtlichen HelferInnen, die uns bei unserer Arbeit unterstützen.

CityLeaks will nicht nur ein Festival über, sondern auch für die Stadt und ihre BürgerInnen sein. Mit seinem höchst vielseitigen Programm an künstlerischen Interventionen, Ausstellungen und zahlreichen weiteren Events ist CityLeaks 2013 größer, bunter, internationaler und interaktiver denn je! Seien auch Sie ein Teil davon! Wir freuen uns auf Sie!

Das CityLeaks Team // artrmx e.V.

 


CityLeaks 2013: Ein Forum für die Urbanen Künste
 

Urban Art hat sich in den letzen Jahren als ein keineswegs unproblematischer Dachbegriff für diw unterschiedlichsten Tendenzen einer Kunst etabliert, die sich im öffentlichen Stadtraum bewegt. Eine präzise inhaltliche Bestimmung von Urban Art kann an dieser Stelle nicht unternommen werden. Dennoch glauben wir drei Charakteristika ausmachen zu können, die uns als paradigmatisch für viele auch im Rahmen des Festivals präsentierte Arbeiten erscheinen.

 Urban Art kann an dieser Stelle nicht unternommen werden. Dennoch glauben wir drei Charakteristika ausmachen zu können, die uns als paradigmatisch für viele auch im Rahmen des Festivals präsentierte Arbeiten erscheinen.

Öffentliche Kunst ist politische Kunst

Urban Art ist im Stadtraum zu hause, kommuniziert in diesen hinein und wird damit zu einer öffentlichen Angelegenheit. Genau daraus erwächst ihre politische Dimension. Urban Art ist von daher – auch wenn sie auf konkrete politische Inhalte verzichtet – immer politisch. Wo auch immer sie auftritt, wird öffentlicher Raum zum Forum subversiver Diskurse, die in Konkurenz zu Wahlplakaten und Werbung treten. Nicht umsonst heißt es, dass die Revolution auf der Straße anfängt, lange bevor, die Massen sie stürmen!

Auch das CityLeaks Urban Art Festival sucht die kritische Konfrontation mit dem öffentlichen Stadtraum und interveniert künstlerisch in diesem. Das Festival begreift künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum als Möglichkeit, diesen für das Gemeinwesen zurückzugewinnen. Solche kreativen Aneignungen zielen letztlich darauf ab, neue Freiräume für gemeinschaftlichen Ideenaustausch zu schaffen und damit gleichzeitig einer kommerziellen Vereinnahmung des urbanen Raumes entgegenzuwirken.

Mit der bewussten Intervention im öffentlichen Stadtraum wird die offene Konfrontation zwischen Kunstwerken und einem größtmöglichen Publikum provoziert. Der direkte öffentliche Zugang zu zeitgenössischer Kunst war und ist eine bleibende Bereicherung der Kölner Kulturlandsschaft.

Dennoch wollen wir den politischen Charakter von Urban Art nicht auf ihr öffentliches Auftreten beschränken. Denn inhaltlich ebenso wie praktisch werfen die KünstlerInnen in diesem Jahr viele relevante Fragestellungen auf, mit denen sie sich notwendigerweise in politischen Diskursen verorten: Von der ironisch-subersiven Strategie des urban hacking über die Reflexion des Menschen in seinen urbanen Strukturen, Tieren als Spiegel des Menschen bis hin zur Verhandlung von Identität und Anonymität in Portraitarbeiten reicht das inhaltliche Spektrum an Themen und Botschaften.

Transparente Prozesse

Urban Art ist immer mittendrin im Geschehen! Im Rahmen seiner vielen öffentlich zugänglichen Outdoor-Produktionen und Aktionen lenkt das CityLeaks Festival den Blick auf ein künstlerisches Genre von höchster Vergänglichkeit. Außerhalb geschützter Museums- und Galerieräume sind urbane Kunstwerke steten Veränderungs- und Verfallsprozessen ausgesetzt. Aus den unterschiedlichsten Gründen werden sie übermalt, überklebt, kommentiert, abgerissen oder fallen ganz einfach natürlicher Abnutzung zum Opfer.

In vielfacher Hinsicht haben die FestivalbesucherInnen und AnwohnerInnen die Möglichkeit, die kreativen Produktionsprozesse nicht nur zu verfolgen, sondern auch aktiv mitzugestalten. Viele dieser kreativen Schaffensprozesse werden in einem eigens dafür eingerichteten Prozessraum innerhalb der CityLeaks Indoor-Ausstellung nachzuvervolgen sein. Darüber hinaus schaffen wöchentliche Film-Screenings, ein Symposium sowie regelmäßige Künstlergespräche Foren für den Austausch über Kunst im öffentlichen Raum. Ebenso dient die einwöchige Urban Hacking Academy der Diskussion sowie der anschließenden praktischen Realisierung urbaner Interventionen. Der offen ausgeschriebene CityLeaks Interacting Day, ein Flashmob sowie ein interaktives Video Mapping am Hansahochhaus bieten weitere Gelegenheit zur Partizipation.

Nomadische Fluchtlinien

Urbane KünstlerInnen operieren als NomadInnen in ihrer steten Bewegung durch den Stadtraum – immer auf der Suche nach Inspiration, Fluchtlinien und den geeignete Orten für kreative Invention. Aber auch in ihrer beständigen Wanderschaft  zwischen Städten, Ländern oder gar Kontinenten werden sie zu VermittlerInnen der besonderen Art: Einerseits bringen sie ihre je eigene künstlerische Handschrift in ein neues urbanes Umfeld ein. Andererseites müssen sie sich jedes Mal neu auf die jeweiligen kulturellen und räumlichen Besonderheiten ihrer wechselnden Stationen einlassen. Mit dem Ziel, diesen künstlerischen Nomadismus zu erleichtern, arbeitet CityLeaks mit Urban Art Festivals in ganz Europa zusammen. Aber auch das breite Führungsangebot hat sich dem Ideal des Nomadismus verschrieben. Im Rahmen dieser Führungen werden die TeilnehmerInnen ihr vertrautes urbanes Umfeld in neuartiger Weise wahrnehmen. Doch auch sonst sind alle BesucherInnen dazu eingeladen, alte wie neue Kunstwerke des CityLeaks Festivals auf eigene Faust zu erkunden und dabei selbst zu NomadInnen zu werden.

CityLeaks 2013: Eine dreifache Erweiterung

Angesichts der für Urban Art erkannten Charakteristika erschien uns eine dreifache Erweiterung des Festivalkonzeptes als unabdingbar. Diese besteht für uns zunächst in der Berücksichtigung eines möglichst großen Spektrums an Tendenzen zeitgenössischer Urban Art. Ebenso geht es uns nach der starken Zentrierung auf Ehrenfeld im Jahr 2011 auch um eine räumliche Ausweitung des Festivalgeschehens auf neue Stadtteile wie Nippes, Mülheim, die Südstadt, das Belgischen Viertel sowie das Quartier Latäng. Beflügelt vom Ideal des kritischem engagierten und kreativen Bürgers wollen wir schließlich über entsprechende Angebote allen AnwohnerInnen und BesuchInnen eine aktive Teilhabe am Festival ermöglichen.

Autor: Sascha Klein

 


I’m Still Here - Being Public Indoors
 

In der Ausstellung I’m Still Here – Being Public Indoors eröffnen renommierte Künstler sowie junge Talente einen künstlerischen Diskurs über den öffentlichen Raum und Urbanität. Die Ausstellung wirft einen 360-Grad-Blick auf Kunst, die sich in und über die Straße artikuliert. Unter dem Begriff der Urban Art treffen sich die Bereiche der bildenden, darstellenden und angewandten Kunst.

Während auf den Straßen von Köln die CityLeaks Outdoor-Galerie erweitert wird, präsentiert die Indoor-Ausstellung des Festivals 2013 eine facettenreiche Bandbreite an KünstlerInnen aus dem Feld des (Post-)Graffitis, der Street Art, der Malerei, Installation, Fotografie, Videokunst, Kalligraphie, Illustration und Poesie. Die Ausstellung zeigt, wie die verschiedensten Kunstformen das Urbane im Außen- und Innenraum verhandeln. Die Kombination an KünstlerInnen und Positionen spiegelt die Vielfalt der Urban Art wieder und thematisiert ihre besonderen Merkmale wie direkte Kommunikation, Vergänglichkeit, Performance-Charakter, Nonkonformismus sowie situations- und spezifisches Arbeiten.

Auch die Ursprünge der Urban Art, die sich zum großen Teil auf Graffiti berufen, werden innerhalb der Ausstellung aufgegriffen. Das zentrale Charakteristikum dieser Kunstform ist die Schrift, die als künstlerisches Kommunikationsmedium in den urbanen Raum eindringt. Im geschlossenen Mikrokosmos der Galerie hingegen verschiebt sich ihr Anliegen von der  bloßen Selbstmitteilung hin zum Versuch, sich selbst und das Genre zu reflektieren.

Das zentrale Charakteristikum dieser Kunstform ist die Schrift, die als künstlerisches Kommunikationsmedium in den urbanen Raum eindringt. Im geschlossenen Mikrokosmos der Galerie hingegen verschiebt sich ihr Anliegen von der  bloßen Selbstmitteilung hin zum Versuch, sich selbst und das Genre zu reflektieren.

Urban Art schlägt eine Brücke zwischen Populär- und Hochkultur. Sie möchte sich mitteilen, provozieren, inspirieren und das Bedürfnis nach gesellschaftlicher Kommunikation anregen. Dabei ist der öffentliche Raum der allen zugängliche Austragungsort dieser Kunstform. Zugleich bildet er den Kontext, auf den sich diese Kunstform bezieht und mit dem sie interagiert.

Das künstlerisch handelnde Individuum erobert vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels, der Tendenz zur Individualisierung und Pluralisierung von Lebensstilen den Stadtraum. Aus der Selbstbestätigung,  dem minimalen Gestus, den eigenen Namen zu schreiben (tag), entwickeln sich umfassende Konzepte, die sich in Slogans, später in kleinteiligen Stencils und im Anschluss auch in großflächigen Umgestaltungen urbaner Architektur (murals).

Es ist der Dualismus aus Arbeit im Atelier und im öffentlichen Raum, der das Spannungsfeld definiert, in dem sich der Urban Artist bewegt. Aus dem Wechselspiel und der gegenseitigen Bezugnahme von Innen- und Außenraum erwächst ein besonderes Potential an Kreativität.

I’m Still Here – Being Public Indoors spiegelt gleichzeitig die rasante Entwicklung der Urban Art wieder. Die Einführung neuer Medien, die Adaption von Stilen und Techniken sowie die minuziöse Anpassung an die urbane Architektur, den Kunstmarkt und den geschlossen Ausstellungsraum haben das Genre über die vergangenen zwei Dekaden hinweg stetig bereichert. Als direktes Kommunikationsmedium bleibt die Straße erhalten. Doch wie verhält sich die Urban Art ohne ihren öffentlichen Bezugsrahmen? Der Untertitel Being Public Indoors hinterfragt diese Entwicklung und integriert gleichzeitig die Auseinandersetzung des Künstlers/der Künstlerin und des Publikums mit der eigenen Raumwahrnehmung. Schon der Künstler Félix González-Torres erkannte: “There’s a big difference between being ‘public’ and being outdoors.”

Mit der Wahl des Ausstellungsortes, einer ehemaligen Fabrikhalle in der Marienstraße, die in der für Ehrenfeld typischen Industriearchitektur des 20. Jahrhunderts gehalten ist, wird ein bewusster Akzent gesetzt. Die Halle zeigt Überreste des Industriezeitalters und weist Spuren des Strukturwandels sowie der Gentrifizierung auf. Die vielfältigen Räumlichkeiten ermöglichen eine Gegenüberstellung von Backsteinästhetik urban-industrieller Architektur und dem pristinen Weiß klassischer Ausstellungsräume.

Innerhalb der Ausstellung bildet ein Prozessraum die Schnittstelle zwischen der Indoor-Ausstellung und dem Outdoor-Programm des Festivals. Er ist ein Ort für Dokumentation und Interaktion. In seiner dokumentarischen Funktion richtet er sich auf das Sichtbarmachen künstlerischer Prozesse im öffentlichen Raum. Dies umfasst die Vorarbeiten der KünstlerInnen ebenso wie die Umsetzung der jeweiligen Kunstwerke. Skizzen, Konzeptentwürfe, Text-, Bild- und Filmmaterial werden zur Veranschaulichung herangezogen. In seiner interaktiven Funktion strebt der Prozessraum eine kartografische Erfassung des während des CityLeaks Festivals umgestalteten geografischen Raumes an. In diese können die Besucher ihre Eindrücke, Kommentare und Beobachtungen übertragen.

I’m Still Here – Being Public Indoors wie auch das gesamte CityLeaks Festival wollen Informationen und Nachrichten an die Stadt und ihre Bewohner in den öffentlichen Raum streuen. Direkte Kommunikation und Transparenz sind das übergreifende Ziel des Festivals. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der urbanen Lebenswelt ist Ausgangspunkt für einen kritischen Diskurs, der alle BesucherInnen, AnwohnerInnen, und Mitwirkende erreichen möchte.

Teilnehmende Künstler:

Asbjørn Skou, Aya Tarek, Boris Tellegen, Byram Tunez, Dennis Freischlad, Diana Artus, Gais, GPO/ Alexandros Vasmoulakis, Low Bros, Marie Rømer Westh, Mark Jenkins, Mist, Remed, Robert Winter, Laurent Impeduglia, Sebastian Karbowiak, Sten Lex, Stohead, TIKA, The Wa, Xabier XTRM

Weitere Angaben:

Ausstellungeröffnung I’m Still Here- Being Public Indoors: 6. September 2013

Ausstellungfinissage I’m Still Here- Being Public Indoors: 22. September 2013

Autoren:

Georg Barringhaus, Sally Müller

 

Start Outdoor Productions: 2.9.2013
Screening Documentary CityLeaks 2011: 2.9.2013
Urban Hacking Academy: 4.-6.9.2013
CityLeaks Symposium: 5.9.2013
CityLeaks Vernissage + Aftershow Party: 6.9.2013
Vernissage Gallery Partners: 7.9.2013
Graffiti Slam CGN x Düsseldorf: 7./8.9.2013
Workshop “Irritation”: 8., 15.9.2013
CityLeaks Interacting Day: 13.9.2013
CityLeaks Finissage: 22.09.2013

Guided Tours: 8 times a week, various routes
Urban Movie Screenings: 3., 10., 17.9.2013
Artist Talks: 4., 11., 18.9.2013

artrmx
Veranstalter CityLeaks Urban Art Festival 2013: artrmx e.V.


artrmx e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Köln-Ehrenfeld. Er wurde 2006 mit dem Ziel gegründet, zeitgenössische Kunst zu fördern und innovative Ausstellungskonzepte zu realisieren. Zahlreiche spannende Ausstellungen und Festivals wie etwa ARTRMX COLOGNE (2008) und das Cityleaks Urban Art Festival (2011) konnten bereits umgesetzt werden – letzteres in Kooperation mit Colorrevolution e.V. Seit Anfang 2013 ist der Verein im Atelierzentrum Ehrenfeld (AZE) in der Hospeltstraße 69 ansässig. Umfassende Informationen zum Verein, seinen Mitgliedern und Projekten sind online abrufbar unter www.artrmx.com.